Mehr als 160 Gäste aus Architektur, Planung, Ausführung, Industrie und Hochschule trafen am 24. September im hölzernen Kuppelsaal der TU Wien zu FRAME TIMBER ARCHITECTURE zusammen. Das neue Veranstaltungsformat von holzbau austria führt die früheren Architekturgespräche weiter und setzt auf den direkten Austausch zwischen Planung und Praxis.

Organisiert wurde der Nachmittag vom Verein holzbau austria unter der Leitung von Leonhard Huetz. Begrüßt wurden die Gäste von Obmann Josef Sachs, Obmann-Stellvertreter und Bundesinnungsmeister Simon Kathrein sowie Geschäftsführer Engelbert Schrempf. Die Landesinnungsmeister Holzbau waren ebenso vertreten wie renommierte Architekten, Hochschulvertreter und Studierende. Unter den Gästen waren unter anderem Juri Troy, Professor für Holzbau und Entwerfen im urbanen Raum an der TU Wien, und der emeritierte Professor Wolfgang Winter. Durch das Programm führte Stefan Leitner.

Den Auftakt setzte Maria Aufegger vom dänischen Büro Cobe. In ihrer Keynote stellte sie Holz nicht nur als Baustoff, sondern als Teil von Architektur, Stadt und nachhaltiger Entwicklung dar. Danach folgten sechs Projekte aus der österreichischen Praxis.

Florian Chmelik (Swietelsky) stellte das Landesdienstleistungszentrum Salzburg vor: ein Holzhybridbau von Burtscher-Durig Architekten, errichtet von der ARGE HABAU und Swietelsky auf rund 10.000 m² beim Salzburger Bahnhof. Mit einem Volumen von 195 Mio. € ist es das bislang größte Hochbauprojekt der HABAU Gruppe. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 vorgesehen.

Beim Wohnbau all.in99 in Wörgl zeigten Matthias Doubek (Obermayr) und René Schachner (die Schachners), wie Baurecht, Vorsorgewohnungen und Holzbau zusammengehen. Ausgeführt wurde das Projekt von Strabag, KLH Massivholz war Projektpartner.

Mathias Eisl (Wiehag) sowie Bernhard Matulik und Alexandra Gierlinger (Matulik Architekten) präsentierten das TEAM 7 Headquarter in Ried im Innkreis. Der Holzskelettbau mit rund 6.100 m² verbindet Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Langlebigkeit – Lowtech ohne Abstriche bei der Performance.

Patrick Schaller (Strobl Holzbau) berichtete vom Neubau der Volksschule Raaba-Grambach. Vorfertigung und just-in-time-Montage machten den Bau bei laufendem Schulbetrieb möglich, großteils abends und am Wochenende.

Florian de Monte (Mayr-Melnhof Holz) gab Einblick in den Neubau des XXL-Brettsperrholzwerks in Leoben und in die Geschichte des Brettsperrholzes: industrielle Präzision als Grundlage dessen, was auf der Baustelle selbstverständlich wirkt.

Den Abschluss der Projekte bildete das LeopoldQuartier Office. Maximilian Albrecht (pde Integrale Planung) und Stefan Brunner (Oberndorfer Hybrid Systems) zeigten, wie Holzhybridkonstruktionen im innerstädtischen Bürobau an Bedeutung gewinnen. Geplant wurde das Gebäude von HNP Architects.

Die zweite Keynote hielt Chris Precht von Studio Precht. Nach den konkreten Projekten öffnete er den Blick noch einmal auf Architektur und unkonventionelle Holzbauten. Dazwischen wurde über Material, Konstruktion, Vorfertigung, Normen und die Rahmenbedingungen des Holzbaus diskutiert.

FRAME TIMBER ARCHITECTURE brachte Erfahrung und Nachwuchs, Forschung und Ausführung an einen Tisch – und damit einen gemeinsamen Blick darauf, wie der österreichische Holzbau seine nächsten Schritte setzen kann.

Quelle: holzbau austria, Fotos: holzplattform