Der Österreichische Staatspreis Holzbau 2026 ehrt zum ersten Mal herausragende Holzbauten auf nationaler Ebene. Die prämierten Projekte setzen neue Maßstäbe für qualitätsvolles, ressourcenschonendes und zukunftsorientiertes Bauen. Sie zeigen, wie der Holzbau innovative Lösungen ermöglicht, die sowohl architektonisch überzeugen als auch einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Aus 41 nominierten Projekten wählte eine internationale Fachjury im Rahmen einer Besichtigungstour durch Österreich drei Hauptpreise und zwei Anerkennungen aus. Gewürdigt werden die Leistungen von Architektinnen und Architekten, Tragwerksplanerinnen und Tragwerksplanern, Bauherrinnen und Bauherren sowie Ausführenden. Die Auszeichnung erfolgte am 28. Mai im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in den Sofiensälen in Wien. Zwei der prämierten Projekte sind zudem für den europäischen WoodPoP Data Award nominiert, der im Herbst 2026 vergeben wird.
Aus burgenländischer Sicht war der Höhepunkt die Auszeichnung von Dr. Richard Woschitz, dem Gründer und CEO der Woschitz Group, zum Holzbotschafter. Mit dieser hochwertigen Ernennung wurden sein Einsatz und seine innovativen Ideen für den Holzbau gewürdigt. Unter den nominierten Projekten befanden sich die vier Auszeichnungen des Holzbaupreis Burgenland 2024.
Mit dem Staatspreis sollen die vielfältigen gestalterischen, ökologischen und wirtschaftlichen Potenziale des Baustoffs Holz sichtbar gemacht und seine Rolle für eine klimafitte Baukultur in Österreich gestärkt werden. Holz als nachwachsender, CO₂-bindender Rohstoff gewinnt angesichts des Klimawandels und der notwendigen Transformation des Gebäudesektors weiter an Bedeutung. Seine Eigenschaften – von geringem Gewicht bei hoher Tragfähigkeit über die präzise Vorfertigung bis zur hervorragenden Ökobilanz – machen Holz zu einem zentralen Baustoff für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte: vom mehrgeschossigen Wohnbau über Erweiterungen und Aufstockungen bis hin zur Sanierung bestehender Gebäude. Jüngste Daten von Statistik Austria verdeutlichen, dass der Holzbauanteil in Österreich mit 11,6 Prozent noch erheblich steigerbar ist – besonders im mehrgeschossigen Wohnbau, wo derzeit lediglich 4,4 Prozent erreicht werden. Hier liegen die größten Potenziale für den klimawirksamen und ressourcenschonenden Baustoff Holz.
Der Staatspreis Holzbau wurde vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft in Kooperation mit proHolz Austria ausgelobt. Er wird alle vier Jahre vergeben und ist mit Mitteln des österreichischen Waldfonds gefördert.
Im Rahmen des Staatspreises wurde darüber hinaus erstmals der Innovationspreis Holz vergeben. Gesucht wurden Ideen und Konzepte, die das Potenzial von Holz als zukunftsfähiges, klimagerechtes sowie technisch und gestalterisch vielseitiges Material sichtbar machen. Im Fokus standen Ansätze zur stofflich-mechanischen Nutzung von Holz mit hohem Marktumsetzungspotenzial. Die Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative unterstützt den Preis.
Nominierungen und Jury
Für die erste Ausgabe des Staatspreis Holzbau waren insgesamt 41 Projekte aus ganz Österreich nominiert. Sie ergaben sich aus den Preisträgerinnen und Preisträgern der Holzbaupreise, die in den Jahren 2023 bis 2025 in allen neun Bundesländern vergeben wurden. Die internationale Fachjury reiste durch Österreich, um ausgewählte Projekte vor Ort zu besichtigen. Sie entschied sich für drei Hauptpreise und zwei Anerkennungen.
Bei der Auswahl standen die Kriterien architektonische und gestalterische Qualität, materialgerechter und innovativer Umgang mit Holz, ressourceneffizienter Materialeinsatz sowie Beitrag zur CO2 -Reduktion und Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt.
Die Jurymitglieder Nicole Kerstin Berganski (Juryvorsitzende, Architektin, Professorin TU Berlin) Annette Hafner (Architektin, Professorin Ruhr-Universität Bochum) Pirmin Jung (Tragwerksplaner)
Nähere Informationen zu den Jurymitgliedern unter: https://www.staatspreis-holzbau.at/jury
Statement der Jury „Die mit dem Staatspreis Holzbau prämierten Bauten verdeutlichen auf vorbildhafte Weise das Potenzial des modernen Holzbaus: Sie verbinden hohe architektonische Qualität mit dem ökologischen, ressourcenschonenden und innovativen Einsatz von Holz. Ihre geografische Streuung von West bis Ost zeigt: Das Wissen um den Holzbau und die Wertschätzung für diesen Werkstoff sind längst in ganz Österreich angekommen. Sie liefern auf relevante Themen unserer Zeit – Bauen im Bestand, Nachverdichtung, Wohnen, Bauen für die öffentliche Hand überzeugende, auf Funktion und Standort abgestimmte Antworten. Die beiden Anerkennungen stehen ergänzend für das Potenzial des Holzbaus im Wohnungsbau und für die Innovationskraft einer ingenieurmäßig präzisen Tragwerksplanung. Es geht längst nicht mehr darum, so viel Holz wie möglich zu verbauen, sondern darum, es sinnvoll und an der richtigen Stelle einzusetzen. Jedes der prämierten Projekte liefert dafür seine eigene überzeugende Begründung – es ist etwa lokal verankert oder auf die jeweiligen Bedürfnisse von Bauherrschaft und Ort abgestimmt – und überzeugt nicht nur konstruktiv, sondern auch durch die hohe Qualität seiner Innenräume.
In allen ausgezeichneten Bauten wird eine Haltung sichtbar, die weit über die reine Erfüllung einer Funktion hinausreicht. Die Rolle der Bauherrschaft tritt dabei deutlich hervor: von der Kommune, die sich klar zum regionalen Werkstoff bekennt, bis zum privaten Bauherrn, der nachhaltiges Bauen aktiv einfordert und fördert. In den Bauten lässt sich neben ökologischer Verantwortung auch eine Wertschätzung gegenüber den Menschen ablesen, die sie nutzen.
Alle nominierten, vor allem aber die prämierten Projekte zeigen, was im Holzbau heute möglich ist. Sie können Vorbild sein und schaffen Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des modernen Holzbaus. Keines dieser Gebäude ist auf der grünen Wiese entstanden – sie alle folgen einer logischen Weiterentwicklung von Bestandsbauten oder Ortsstrukturen und dienen damit der nachhaltigen Entwicklung konkreter Orte.
Der Wille zu mehr Bauten aus Holz ist vorhanden – die Umsetzung bleibt noch hinter dem Möglichen zurück. Die Jury appelliert daher insbesondere an die öffentliche Hand, die Rahmenbedingungen für das Bauen mit Holz zu optimieren, damit mehr Wohnbauten, mehr Kommunal- und Sportbauten aus Holz gebaut werden. Hier liegt ein großes Potenzial, das bislang zu wenig genutzt wird.“
Nicole Berganski, Annette Hafner, Pirmin Jung Jury Österreichischer Staatspreis Holzbau 2026
Zitate:
„Wer mit Holz baut, schützt das Klima und schafft durch die Bindung von CO₂ gewissermaßen einen zweiten Wald. Mit dem Österreichischen Staatspreis für Holzbau setzen wir ein klares Zeichen für klimafreundliches, innovatives und zukunftsorientiertes Bauen. Holzbau stärkt außerdem nachhaltiges Wirtschaftswachstum, heimische Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Mit dem neuen Staatspreis holen wir die Leistungen unserer Architektur – und Planungsbüros sowie der heimischen Holzbaubetriebe vor den Vorhang und zeigen das große Potenzial des Rohstoffs Holz. Gleichzeitig wollen wir mehr Menschen und Unternehmen dazu motivieren, verstärkt auf Holzbau in Österreich zu setzen.“ Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
„Der Staatspreis Holzbau macht sichtbar, auf welch hohem Niveau in Österreich mit Holz gebaut wird. Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, welches Wissen und Können im heimischen Holzsektor steckt. Holz ist ein Schlüssel für die Transformation des Gebäudesektors. Wir haben alle Voraussetzungen, diese Chance zu ergreifen und den Holzbauanteil in Österreich weiter zu steigern.“ Richard Stralz, Obmann von proHolz Austria
„Holz ist ein regionaler, klimafreundlicher und ökologischer Baustoff mit Potential. Daher unterstützt die Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative mit großer Freude den Sonderpreis Innovation Holz. Damit werden gezielt Projekte vor den Vorhang geholt, die Ho lz neu denken – in seiner Nutzung, in der Anwendung und im Marktpotenzial.“ Johannes Rehulka, Vorsitzender der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative
Alle Informationen und Fotos zu Preisträgern und dem Innovationspreis Holz gibt es hier: https://www.staatspreis-holzbau.at
